Kinderprodukte

Warum müssen diese sogenannten „Kinderlebensmittel“, die massenhaft auf dem Markt sind und meistens durch extrem zielgruppenausgerichtetes Design auffallen, eigentlich immer Unmengen an Zucker enthalten? Aufgefallen ist mir das gerade wieder ganz extrem an einem Kinderjoghurt, der neben Joghurt (ist tatsächlich auch noch drin) eigentlich nur noch Zucker in den verschiedensten Formen sowie Farb- und Aromastoffe enthält.

Muss das sein? Müssen Kinder eigene Lebensmittel haben, die zudem auch noch ernährungsphysiologisch absolut schädlich sind? Es scheint ja wirklich so zu sein, dass die Industrie unsere Kinder ganz bewusst zu kleinen Zuckermonstern erziehen will, denen natürliche Produkte nicht mehr schmecken. Irgendwann sind die Geschmacksempfindungen wahrscheinlich so weit abgestumpft, dass ungezuckerte Produkte nur noch als fad und geschmacklos empfunden werden.

Ich kann nur dazu aufrufen, diese wertlosen, ungesunden und dazu auch noch völlig überteuerten Kinderprodukte zu meiden bzw. sie als das anzusehen, was sie sind: Naschsachen.

Dazu vielleicht noch einen nicht mehr ganz taufrischen aber immer noch aktuellen Testbericht von Ökotest (pdf).

Ist es Frust?

Im April 2001 hat der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder in einem Interview der BILD-„Zeitung“ Millionen von Arbeitslosen pauschal als Faulenzer bezeichnet („Es gibt kein Recht auf Faulheit in unserer Gesellschaft.„). Während des Bundestagwahlkampfes 2005 sprach Edmund Stoiber aus, was er schon lange dachte („Ich akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland
Kanzler wird. Die Frustrierten dürfen nicht über Deutschlands Zukunft
bestimmen!
„) und stieß damit die Ostdeutschen bewusst vor den Kopf. Und heute bezeichnet unser Alt-Bundespräsident Roman Herzog 70% der deutschen Bevölkerung als Dummköpfe („70 Prozent der Bevölkerung seien für den Mindestlohn, schreibt die
Zeitung – darauf erwidert Herzog: „Es gibt auch ein Grundrecht auf
Dummheit.
„)

Müssen wir uns das gefallen lassen? Ist das Alterssenilität oder was ist los? Ertragen es die Herren nicht, wenn wir nicht so wollen oder können, wie sie es wollen und fällt ihnen nichts besseres ein als die Menschen, die sie gewählt haben und für die sie da sein und arbeiten sollten, auf primitivste Art und Weise zu beschimpfen? Ist der Druck von Seiten der Interessenverbände so groß, dass sich der Frust auf das unwillige Volk nur so entladen kann?

Ich weiß es nicht, aber für mich sind diese bewusst gemachten Äußerungen nur ein weiteres Anzeichen dafür, dass es mit unserer politischen Kaste moralisch nicht mehr weit her ist.

Warum mir der Appetit auf Fleisch vergangen ist

Das Thema ist hochaktuell: Die Lebensmittelpreise steigen rapide, und das, aufgrund der globalisierten Wirtschaft, weltweit. Als Folge werden immer mehr Menschen in den sogenannten Entwicklungs- und Schwellenländern verhungern, weil sie sich mit ihrem ohnehin sehr kargen Einkommen die notwendigen Lebensmittel nicht mehr leisten können.

Die Gründe dafür sind vielfältig und vielschichtig: Die vollkommen irrsinnige Biosprit-Förderung, die weltweit Bauern dazu veranlasst, statt Nahrungsmittel Energierohstoffe anzubauen, der steigende Wohlstand in Ländern wie China und natürlich nach wie vor der fast ungebremste Anstieg der Weltbevölkerung.

Ein weiterer Grund für die zunehmende Verknappung der Lebensmittel weltweit ist aber die steigende Nachfrage nach sogenannten „veredelten Produkten“, deren Herstellung sehr viel mehr Resourcen verbraucht als die herkömmlicher Grundnahrungsmittel. Die Rede ist hierbei beispielsweise von Fleisch, Eiern und Milch.

Auf welt.de habe ich ein paar interessante Zahlen gefunden:

„Um aber ein Kilo Schweine- oder Hühnerfleisch herzustellen, benötigt der Farmer zwei Kilo Mais, Soja oder Weizen, beim Rind sind es schon sechs Kilo. So schrumpfen 100 Kalorien Getreide für die menschliche Nahrung zu zehn Kalorien Fleisch, Tendenz ähnlich bei der Milch. Wer es bezahlen kann, darf die teure Vielfalt genießen, für alle anderen wird es zusehends eng.“

[…]

„Ein Kilo Getreide benötigt in der Herstellung 1500 Liter, ein Kilo Rindfleisch 5000 bis 20.000 Liter. Da darf man schon fragen, woher der Acker und das Wasser herkommen sollen, wenn bis zum Jahre 2025 der Bedarf an Milch und Gemüse um 70 Prozent steigen, und der an Fleisch sich sogar verdoppeln soll, wie Joachim von Braun , Chef des Internationale Food Policy Research Institute (Ifpri), schätzt.“

Tja, gerade beim Thema Fleischkonsum können bzw. müssen wir uns an die eigene Nase fassen, denn der lag 1999 laut Wikipedia in den Industrieländern durchschnittlich bei 88,2kg. Diese Menge ist nicht nur aus gesundheitlicher (wie schon lange bekannt), sondern auch aus ethischer Sicht nicht mehr vertretbar. Wertvolles Getreide wird an Rinder, Hühner und Schweine verfüttert, um am Ende ein, zumindest aus ernährungsphysiologischer Sicht, minderwertiges Produkt zu erhalten. Eine Verschwendung sondergleichen, die sich natürlich nur die reichen Länder der Erde in diesem Ausmaß leisten können. Und für die Armen bleibt nichts mehr übrig. Mahlzeit.

Noch eine weitere Motivationshilfe für den Fleischverzicht vonnöten? klick

Falls ich Euch jetzt den Appetit verdorben habe, tut es mir leid. Es musste aber sein.

Ja los, gib mit Tiernamen!

Was es nicht alles gibt. Eben bin ich aus Versehen gestolpert, und zwar über eine Seite im Internet mit dem aussagekräftigen Titel Tiername.de. Eine Tiernamensammlung. Toll, denke ich. Früher gab’s sowas mal für Kindernamen, aber so ändern sich halt die Zeiten.

Dann schau ich doch gleich mal im Lexikon nach, ob mir nicht etwas ins Auge springt, klicker mich so durch die Buchstaben und – finde meinen Vornamen. Das ist ja witzig, mir ist bisher noch nie ein Tier begegnet, dass genauso heißt wie ich.

Nunja, ein wenig weiter geklickert und weiter gewundert. Mal ehrlich: Kennt jemand von Euch ein Tier, das Dagmar, Margaret, Domherr oder Leonard heißt? Dass es Leute gibt, die ihren Hund Agamemnon, Sokrates oder Prinzregent Luitpold nennen, ist ja bekannt. Aber sowas? Nene, Sachen gibt’s…

Meine Meinung zur TV-Blogsphere

Hallo liebe Leute,

ich habe mir gerade einmal die Liste der TV-Blogger angesehen und mir ist dabei aufgefallen, wie viele „Bloggerleichen“ dabei sind. Ich behaupte mal, dass es so um die 90% sein dürften. Das finde ich recht beachtlich.

Desweiteren ist mir aufgefallen, dass ich auf dem besten Wege bin, auch eine zu werden. Denn meine Postingfrequenz hat in letzter Zeit merklich nachgelassen. Hm, woran liegt das? Ich habe darüber nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass es dafür eigentlich nur einen Grund gibt: Die TV-Blogs sind irgendwie nicht (mehr) meine Welt.

Warum nicht? Nunja, als ich hier angefangen habe (das ist in der Tat noch gar nicht so lange her), existierte hier – so war zumindest mein Eindruck – eine nette kleine Bloggergemeinschaft mit interessanten Leuten, die interessante Beiträge schrieben. Lesenswerte Blogs gibt es natürlich auch außerhalb der TV-Blogs, aber irgendwie fand ich die Idee der TV-Blogs reizvoll und entschied mich mitzumachen.

Seitdem ist einiges passiert. Viele Blogger haben sich verabschiedet, Abgeschmackt hat mit seinem meiner Meinung nach unmöglichen Verhalten viel Unruhe und sehr unerfreuliche Diskussionen ausgelöst, um nur ein paar Punkte zu nennen, und die Bloggergemeinschaft hat unter den Vorkommnissen sichtlich gelitten.

Mittlerweile ist es meines Empfindens nach so, dass hier fast nur noch Selbstgespräche geführt werden und Diskussionen, die diese Bezeichnung verdienen, so gut wie gar nicht mehr stattfinden. Ausserdem scheinen mir die TV-Blogs immer mehr zu einem geschlossenen Zirkel von Bloggern zu verkommen, die sich zwar noch gegenseitig lesen und gelegentlich auch einmal einen Kommentar nach dem Motto „Prima, finde ich auch!“ loslassen, aber mehr nicht. Es würde mich wirklich interessieren, ob die TV-Blogs eigentlich noch von Lesern außerhalb dieser Bloggergruppe registriert werden.

Eigentlich möchte ich keine Bloggerleiche werden. Natürlich habe ich bereits mit dem Gedanken gespielt, den Blog aufzulösen und mich zu verabschieden, und ich weiß dass es einigen von Euch genauso geht. Aber ich denke, das wäre der falsche Weg. Wenn wir wirklich die TV-Blogs am Leben erhalten wollen, müssen wir uns zusammenreißen und wieder eine anständige Blogkultur entwickeln. Wenn jetzt alle das Handtuch schmeißen, ist irgendwann nur noch Abgeschmackt übrig. Und das wollen wir doch nun wirklich nicht, oder? 😉

Darum mein Aufruf: Reißt Euch zusammen, aktiviert die Kommentarfunktion und haucht den TV-Blogs wieder ein wenig Leben ein. Wenn Ihr das nicht wollt, dann sagt Bescheid und wir ziehen alle zusammen den Stecker raus.

Tag ohne Nacht

Gerade zufällig im TV gefunden: Tageswohnungseinbruch

Ein seltsames Wort irgendwie. Was ist denn eine Tageswohnung? Also alle Leute, die ich kenne, nutzen ihre Wohnung sowohl tags- als auch nachtsüber. Zuerst dachte ich an eine originelle Wortneuschöpfung des TV. Aber – das Wort gibt es wirklich, zumindest im Polizeisprachwortschatz. Aha, also ein Einbruch am Tage. Scheint wohl das Gegenteil von Nachtwohnungseinbruch zu sein. Auch wieder falsch. Ich bin verwirrt…

Amerikanerin soll 222.000 Dollar Strafe wegen Filesharings zahlen

Auf heise ist aktuell eine neue Nachricht aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu lesen: Die US-Bürgerin Jammie Thomas soll 222.000 Dollar Strafe zahlen, weil sie 24 Musikstücke im Internet zum Download angeboten hatte. Thomas‘ Verteidiger hielt die Strafe für unangemessen hoch und stellte einen Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens. Nun hat allerdings der Kläger (also die Musikindustrie) Rückendeckung vom Justizministerium erhalten, das das zuständige Gericht aufgefordert hat, die Entscheidung zu bestätigen.

Die Begründung hierfür ist mehr als kurios:

„Die US-Regierung argumentiert in ihrer Eingabe, es sei nicht zu ermessen, wie viele Copyright-Verstöße durch das Hochladen von Musikstücken in das Internet angestoßen werden. Potenziell seien es Millionen. Deshalb sei es unmöglich, den verursachten Schaden durch eine einzelne Copyright-Verletzung festzulegen, insbesondere bei einer, die über das Internet erfolge. Es sei nicht zulässig, den Schaden je gestohlenem Musikstück auf 70 US-Cent festzulegen, wie es die Verteidigung gefordert habe. Dies würde andere zu Gesetzesübertretungen ermutigen und dazu, eines der „wertvollsten Erzeugnisse der USA“ zu stehlen. Zudem seien 70 Cent dem tatsächlichen Aufwand der Musikindustrie nicht angemessen.“

Nunja, falls dieses Urteil wirklich Bestand haben sollte, ist das, zumindest für die USA, ein Dammbruch mit unabsehbaren Folgen. Mit Sicherheit werden dann bald Schadenersatzklagen mit astronomisch hohen Forderungssummen auf überführte Filesharer einprasseln. Nicht, dass ich die vorsätzlichen Urheberrechtsverletzungen einiger Tauschbörsennutzer gut heißen möchte, aber hier wird ja wohl maßlos übertrieben. Wegen 24 Liedern wird eine Frau wahrscheinlich finanziell ruiniert. Und wie kommt das Gericht auf diese ominöse Schadenssumme, wenn der Umfang der Urheberrechtsverletzung nicht festzustellen ist? Das hat ja wohl mit Rechtsstaatlichkeit nichts mehr zu tun; vielmehr drängt sich doch der Verdacht auf, dass in diesem Fall die Musikindustrie-Lobby ganze Arbeit geleistet hat. Da werden willkürliche Schadenssummen festgelegt, die kein Mensch nachweisen kann, und das Justizministerium segnet das Ganze von höchster Stelle aus ab. Ich habe ja nicht viel Ahnung vom amerikanischen Rechtssystem, aber irgendwie kann da etwas nicht stimmen…

Wer kennt gute Infosites im Internet?

Ich möchte heute einmal ein wenig die Werbetrommel rühren. Zwar nicht für mich, sondern für einen befreundeten Blogger, den Netzperlentaucher.

Vor ein paar Tagen hat der Netzperlentaucher eine Blog-Parade unter dem Motto „Die besten Infosites im Netz“ gestartet. Bei dieser Aktion, die noch bis zum 20. Dezember läuft, ruft er andere Blogger dazu auf, einen Beitrag zu diesem Thema zu schreiben und Ihre persönlich bevorzugten Informationsseiten oder -Portale vorzustellen. Am Ende der Blog-Parade wird er die einzelnen Beiträge zusammengefasst veröffentlichen.

Ich finde die Idee eigentlich sehr gut und möchte mit diesem Post lediglich dazu beitragen, die Aktion ein wenig bekannter zu machen. Wenn Ihr mehr darüber erfahren möchtet oder erst einmal mehr zum Thema „Blog-Parade“ wissen wollt, besucht den Netzperlentaucher doch einmal auf seinem Blog. Es wäre doch schön, wenn auf diesem Wege eine ansehnliche Sammlung an Blogposts zusammenkäme.

Merkel angerührt

„Merkel ist betroffen und angerührt“, so die Zwischenüberschrift im aktuellen Artikel über den Tod der kleinen Lea-Sophie bei stern.de und offenbar ein Zitat von Vize-Regierungssprecher Thomas Steg.

Was für eine seltsame Formulierung. Merkel ist angerührt. Nicht gerührt oder berührt sondern angerührt. Also nur so Rande, so ganz eben, oder wie? Vielleicht kann mir das mal einer der Sprachprofis hier erklären…

Schäuble und sein Demokratieverständnis

„Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble blickt den angekündigten und quasi auf Vorrat gesammelten „Massenklagen“ von Bürgerrechtlern vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die geplante Vorratsspeicherung von Telefon- und Internetdaten höhnisch entgegen. „Wir hatten den ‚größten Feldherrn aller Zeiten‘, den GröFaZ, und jetzt kommt die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten“, bemühte der CDU-Politiker laut einem Bericht der taz am Mittwochabend einen Hitler-Vergleich.“

Quelle: heise.de

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